Ausrüstung

Wie fängt man an, wenn man Hobbybrauer werden will?

Das Internet ist eine ergiebige Quelle, aber man muss aufpassen, dass man sich in den Weiten des Netzes nicht verliert. Es gibt eine Menge sehr interessanter Seiten zum Thema Hobbybrauen.


Unsere Favoriten waren:


An dieser Stelle möchten wir uns bei all Jenen bedanken, die ihre Ideen und Realisationen so uneigennützig im Netz veröffentlicht haben.

Als kleine "Revanche" deshalb hier unsere Variante.

 

Hard- und Software

Unser Brauautomat

Braumat Unser Brauautomat besteht aus einem umgebauten Fangorührer, einem Nostalgie-PC und einem stabilen Schreibtisch.

Den Fangoautomaten haben wir über Beziehungen erstanden. Merke: Vitamin B ist nicht nur für Haut und Haare gut ;-). Die Reinigung war eine Tortour, schmerzhafte Verbrennungen die Regel. Aber Geduld zahlt sich eben aus.
Mit einem zusätzlich eingebauten Schalter lässt sich wahlweise die Originalsteuerung oder die Schnittstellensteuerung zum PC einschalten. Wobei wir die Originalsteuerung bisher nicht eingesetzt haben, da die Software einwandfrei funktioniert und falls nötig, eine manuelle Steuerung ermöglicht.

Technische Daten:
  • Inhalt ca. 50 Liter
  • Stromanschluß 400V 16A Drehstrom
  • Heizleistung 3 x 2KW
  • Rührmotor 3-phasig, 0,6KW

Dem Rührbecken aus Alu haben wir einen weiteren Teperatursensor (DS1820) verpasst. Zwischen Topf und Aussenisolierung haben wir den Chip mit Wärmeleitpaste verklebt. Der Sensor wird über einen (DS9097U009) COM2OW-Adapter mit der seriellen Schnittstelle des PC verbunden. Die Ansteuerung der Leistungsrelais im Fangomaten erfolgt über eine parallele Relaiskarte (PC-Relaiskarte K8IO von Pollin - nein wir bekommen keine Tantieme!). Die Relaiskarte haben wir in den PC integriert, damit die parallele Datenverbindung nicht zu lang wird. Zwei zusätzliche Schwachstromrelais im Fangomaten ergeben eine perfekte galvanische Trennung und 24V auf der Steuerleitung.

Der PC ist ein Pentium II mit 300MHz, 64MB RAM und für unsere Zwecke völlig ausreichend. Auf dem Teil läuft eine WIN98 Lizenz. Und darauf haben wir die Brausteuerung von Thomas Karpen aufgespielt. Nach ein paar anfänglichen Problemen mit "winoldap" und dem "screensaver" läuft die Software jetzt sehr stabil. Die alte mechanische Festplatte werden wir allerdings bei Gelegenheit gegen eine CF-Karte auf IDE-Adapter austauschen. Dabei nicht vergessen, die Win-Auslagerungsdatei in den RAM zu verschieben, die CF wird es uns danken.

Über den Schreibtisch brauchen wir nicht viel zu reden. Der wurde seit Jahren geschont. Jetzt hat er vier neue Lastrollen bekommen und ist beweglich.

Brauvorgang

Malz hinein! Unser Brunnenwasser wird in einem Elektroboiler vorerhitzt und anschließend in den Maischebottich gefüllt. Dann wird das entsprechende Brauprogramm gestartet. Sobald die Einmaischtemperatur erreicht ist, wird das Malz zugegeben.

Klappe zu! Damit nicht zu viel Wasser verdunstet und an der Aussenklappe kondensiert und abtropft, haben wir einen passenden Deckel gefertigt. Der dichtet den Maischebottich zuverlässig ab.

Würze raus! Abgeläutert wird über ein Grobsieb in ein Kunststofffass, das später auch als Gärfass genutzt wird. Die Vorderwürze wird anschließend zurück in den Maischebottich gegeben und unter Hopfenzugabe gekocht.

Hitze raus! Die Abkühlung der Würze geschieht im Gärfass mittels selbst gefertigter und überdimensionierter Kühlschlange aus 25m Kupferrohr, Durchmesser 10mm (wobei 10m bis 15m für unser 60 Literfass genügt hätten). Als Kühlmittel benutzen wir umlaufendes Zisternenwasser.

Derzeit gären wir noch mit Trockenhefe, aber im Laufe der Zeit werden wir unsere Fertigkeiten auch noch um das Thema "Hefen" erweitern 8-).

Zutaten

Bei uns wird streng nach dem "Deutschen Reinheitsgebot" gebraut. Deshalb brauchen wir neben Energie in Form von Strom nur Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe.

Unser Wasser beziehen wir aus einem eigenen, waldnahen Brunnen, ja, einem Brunnen, der seitlich eines Bannwaldes liegt.
Wer sonst noch kann sich rühmen, ein solches Wasser verbrauen zu dürfen ;-).
Nein, im Ernst, die Wasserqualität ist spitze, pH-Wert um 7.2, Gesamthärte um 6.5 °dH.

Malz, Hopfen und Hefe kaufen wir noch in Kleinmengen übers Internet, aber in unserer Nähe gibt es eine Brauerei, da müssen wir wohl mal anklopfen.